
Der Landkreis Marburg-Biedenkopf – eine Erfolgsregion für Weltmarktführer und Hidden Champions
AUTOR: Benjamin Jungbluth, Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI)
Bei einer Tour durch den Landkreis Marburg-Biedenkopf am 19. Mai 2025 besuchte der Geschäftsführer der HTAI, Dr. Rainer Waldschmidt, gemeinsam mit weiteren Vertretern des Netzwerks der hessischen Wirtschaftsförderung drei außergewöhnliche Akteure in Mittelhessen: YKK DEUTSCHLAND, das Industrie- und Gewerbegebiet „B236/B252“ und Weber Food Technology.
Ein Weltmarktführer und Pionier für japanische Unternehmen in Deutschland, ein entstehendes interkommunales Industrie- und Gewerbegebiet mit besten Entwicklungschancen für internationale Unternehmen sowie ein hochspezialisierter Hidden Champion mit laufenden Millionen-Investitionen in seinen traditionsreichen Heimatstandort: Bei einer Tour durch den vielfältigen Landkreis Marburg-Biedenkopf hat das Netzwerk der hessischen Wirtschaftsförderung drei außergewöhnliche Erfolgsgeschichten in Mittelhessen kennengelernt.
„Nur rund eine Stunde nördlich vom Frankfurter Flughafen bietet der Landkreis Marburg-Biedenkopf für Unternehmen verschiedenster Branchen ein starkes Umfeld, das neben seiner optimalen Infrastruktur insbesondere mit exzellent ausgebildeten Arbeitskräften, günstigen Lebenshaltungskosten, hervorragenden Hochschulen und einem investorenfreundlichen Umfeld punktet. Erfolgreiche und international tätige Unternehmen schätzen die Region über Jahrzehnte und zeigen mit dem kontinuierlichen Ausbau ihrer Standorte, dass die vielen Vorzüge auch langfristig ihre Wirkung zeigen. Der enge Austausch der verschiedenen Akteure der hessischen Wirtschaftsförderung und unser direkter Kontakt vor Ort ermöglichen dabei eine zielgenaue Unterstützung für alle Beteiligten“, sagt Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung des Landes Hessen, der Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI).
Gemeinsam mit Jonas Winkler, Themenfeldleiter Standortmarketing & Investorenberatung bei der HTAI, und Tobias Kurka, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Marburg-Biedenkopf, ging es zunächst zum Produktionsstandort von YKK DEUTSCHLAND GmbH in Weimar-Wenkbach (Lahn). dessen Zentrale ebenfalls in Hessen (Seligenstadt) angesiedelt ist. Der japanischer Mutterkonzern ist mit über 45.000 Mitarbeitern in mehr als 70 Ländern aktiv und einer der weltweit führenden Hersteller und Entwickler von Verschluss- und Befestigungssystemen. Das 1937 in Tokio gegründete Unternehmen kam bereits vor rund 60 Jahren als zweites japanisches Unternehmen überhaupt nach Deutschland und startete 1972 mit der Produktion in seinem Stammwerk samt eigener Entwicklungsabteilung im mittelhessischen Ortsteil Wenkbach. Viele der Mitarbeiter führen hier eine Familientradition fort und arbeiten schon in zweiter oder dritter Generation für diesen besonderen Arbeitgeber, was auch dem einzigartigen betriebsinternen Ausbildungsstand und der langjährigen Stabilität am Standort zu verdanken ist.
„Für unsere internationale Expansion gilt bis heute der Grundsatz, dass wir gut an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden sind und in rund einer Stunde einen Flughafen erreichen können, da das Thema „Nachhaltigkeit & Umweltschutz“ hierbei auch eine große Rolle spielt. Mittelhessen konnte da von Beginn an optimale Möglichkeiten bieten. An unserem Standort in der Region Marburg-Biedenkopf konnten wir außerdem immer sehr gut mit den lokalen Akteuren zusammenarbeiten und die Ausrichtung der Firma kontinuierlich den notwendigen Entwicklungen und Bedürfnissen anpassen“, erklärt Alexander Sann, Deputy Factory Manager von YKK DEUTSCHLAND.
Während der Mutterkonzern international inzwischen auch in anderen Produktbereichen wie Hochhausverkleidungen und Fensterbau aktiv ist, setzt das mittelhessische Werk vor allem auf hochspezialisierte Anwendungen im Bereich der Reißverschlüsse: Beispielsweise flammenhemmende oder wasserdichte Modelle für Arbeitsbekleidung, Einsatzkräfte oder die Raumfahrt, aber auch besonders hochwertige Produkte im Luxusbereich. Derzeit läuft außerdem eine Transformation zu einer verstärkten Entwicklung und Produktion von technischen Anwendungen für den B2B-Bereich samt entsprechender Automatisierung. „Diese Produkte von uns finden sich zum Beispiel in Koffern, Zelten oder den Profilen von Rollos, aber auch in Kabelkanälen oder Poolabdeckungen. Dafür werden oft extrem feste oder sehr spezielle Verschlüsse benötigt, für die wir hier am Standort weltweit die entsprechende Expertise besitzen“, erklärt Herr Sann.
Um das Werk zukunftsfit zu machen, hat YKK DEUTSCHLAND in den vergangenen Jahren am Standort Weimar-Wenkbach Investitionen in Millionenhöhe vor allem im Energiebereich getätigt. Dadurch soll auch der CO₂-Fußabdruck reduziert werden – spätestens 2030 will das Unternehmen die Klimaneutralität erreichen. Anfang 2025 ging deshalb auf einer Freifläche direkt neben dem Werk ein Solarpark in Betrieb, der nun rund 45 Prozent des eigenen Strombedarfs decken wird. Mit Unterstützung der LEA (LandesEnergieAgentur) Hessen wird derzeit an einem Speicherkonzept gearbeitet, um künftig noch stärker vom selbst produzierten Sonnenstrom profitieren zu können.
Nachhaltigkeit war auch ein wichtiges Thema bei der zweiten Station der Tour der Wirtschaftsförderer von Kreis und Land, doch das Zukunftsprojekt bei Münchhausen weist noch weitere starke Ansiedelungsargumente auf. Sofort bebaubare Gewerbegrundstücke von bis zu 6,5 Hektar, schnell und flexibel handelnde Akteure sowie eine breite politische und gesellschaftliche Unterstützung in der Region: Das künftige interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet „B236/B252“ bei Münchhausen bietet auf insgesamt rund 17 Hektar mitten in Hessen optimale Voraussetzungen auch für große und internationale Unternehmen. An der Kreuzung der zwei teils neugebauten Bundesstraßen 236 und 252 – und dadurch mit direktem Anschluss an die Autobahnen Richtung Frankfurt, Kassel oder Köln – haben vor kurzem die ersten Erschließungsarbeiten begonnen. Weil die beteiligten Kommunen Münchhausen, Battenberg und Burgwald eng zusammenarbeiten, konnten die Planungen in Rekordtempo umgesetzt werden.
„Wir gehen das Projekt mit hohem Tempo und unbürokratisch an, weil wir hier in unserer wunderbaren Region etwas langfristig Tragfähiges schaffen wollen: Ein Umfeld für Unternehmen, in dem Wachstum und Entwicklung möglich sind. Dabei haben wir durch die Lage außerhalb der bewohnten Ortsgebiete ein für die Produktion passendes Umfeld, setzen gleichzeitig aber auch hohe Standards bei der Nachhaltigkeit“, erklärt Holger Siemon, Bürgermeister von Münchhausen.
Eine möglichst geringe Versiegelung, gezielte Verschattung durch die Pflanzung zahlreicher Bäume, Photovoltaikanlagen auf den begrünten Dächern und mehrere Windparks in der Nähe – das neue Gewerbegebiet wird grün und unterstützt somit die sich hier ansiedelnden Unternehmen bei ihren Nachhaltigkeitszielen. Die landschaftlichen Vorzüge der Umgebung sind wiederum für neue Mitarbeiter attraktiv, die außerdem von geringeren Wohn- und Lebenshaltungskosten als in den urbanen Zentren des Landes profitieren. Gleichzeitig bietet die Region hochqualifizierte Fachkräfte und ein starkes Industriecluster, beispielsweise in der traditionsreichen Metall- und Kunststoffindustrie. Bei der Ausbildung spielen die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) und die Universitäten Gießen und Marburg eine wichtige Rolle.
„Von dieser außergewöhnlichen Infrastruktur können alle Unternehmen profitieren, die sich in Mittelhessen ansiedeln. Als Wirtschaftsförderung des Landes Hessen vernetzt die HTAI zusammen mit den Wirtschaftsförderern der Landkreise Marburg-Biedenkopf und Waldeck-Frankenberg deshalb alle Akteure, um das neue Industrie- und Gewerbegebiet effektiv zu vermarkten. Denn die kurzen Wege und pragmatischen Akteure machen dieses Projekt zu einer besonderen Gelegenheit, sich schnell und flexibel in Hessen anzusiedeln“, sagt Dr. Rainer Waldschmidt.
Dritte Station der Tour war die Firma Weber Food Technology in Breidenbach. Als einer der weltweit führenden Anbieter von maßgeschneiderten Schneide- und Verpackungslinien für die Lebensmittelindustrie ist das in zweiter Generation geführte Familienunternehmen mit 27 Standorten in 22 Ländern ein wahrer Hidden Champion. Für diese Spitzenposition setzt Weber auf eine außergewöhnlich hohe Fachexpertise seiner insgesamt rund 2.100 Mitarbeiter, die das Unternehmen im großen Stil selbst ausbildet und durch Kooperationen beispielsweise mit der Technischen Hochschule Mittelhessen immer weiter qualifiziert. Dieses Know-how zahlt sich aus: Mit einer Eigenfertigungsquote von rund 80 Prozent setzt das Unternehmen bei seinen Maschinenkomponenten nicht auf Standardlösungen, sondern definiert den Produktionsprozess immer wieder neu. Zum Einsatz kommen dabei, ganz selbstverständlich, modernste Verfahren wie 3D-Druck, VR-Technik oder digitale Zwillinge. Selbst die benötigten Schrauben werden vom Unternehmen samt eigener Spezialdichtung für den Lebensmittelbereich eigenständig entwickelt und hergestellt.
„Um auf dem Weltmarkt erfolgreich zu sein, zählen für uns vor allem Schnelligkeit und Innovationskraft. Mit unserer eigenen Forschungs- und Entwicklungsarbeit am Stammsitz in Breidenbach können wir genau das erreichen. Deshalb haben wir uns hier über die Jahre immer wieder erweitert und investieren aktuell einen größeren zweistelligen Millionenbetrag in den weiteren Ausbau“, erläutert Tobias Weber, CEO Weber Food Technology und Sohn des Unternehmensgründers. Die bisherige Gesamtfläche in Breidenbach von rund 25.000 Quadratmetern erhält damit perspektivisch einen Zuwachs um weitere knapp 15.000 Quadratmeter. Auch hier spielt die Klimaneutralität eine große Rolle, wofür neben Photovoltaikanlagen eigene Windkrafträder und innovative Speichersysteme angedacht sind.
Von dieser Innovationskraft profitiert am Ende die gesamte Region, wie Tobias Kurka, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Marburg-Biedenkopf, erklärt: „Der direkte Austausch und das Netzwerken sind für alle Unternehmen und Branchen essenziell. Als regionaler Wirtschaftsförderer können wir dafür Kontakte herstellen und die passenden Ansprechpartner miteinander verbinden.“
Für den internationalen Austausch sorgt auf Landesebene wiederum die HTAI. So war Weber Food Technology bereits Teil eines von den hessischen Wirtschaftsförderern organisierten Round Tables zum EU-Mercosur-Abkommen mit Fokus auf Brasilien, einem wichtigen Absatzmarkt für den Maschinenbausektor. In Kürze nimmt das Unternehmen außerdem an einer Company Mission nach São Paulo teil, die von der HTAI im Auftrag des Landes organisiert wird.
„Genau in einem solchen zielgenauen Herstellen von Kontakten und Möglichkeiten besteht die Kernaufgabe des Netzwerks der hessischen Wirtschaftsförderung. Mit den drei ganz unterschiedlichen Stationen haben wir dabei sehen können, wie breit die Region Marburg-Biedenkopf aufgestellt ist. Entsprechend vielfältig sind auch unsere Angebote für Unternehmen in allen Teilen von Hessen“, so HTAI-Geschäftsführer Dr. Rainer Waldschmidt zum Abschluss der Tour durch den hessischen Landkreis.
Copyright Bilder: Benjamin Jungbluth





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