
Gewerbegebiet B236/B252 eingeweiht
Münchhausen.
Nach rund acht Jahren Planung und eineinhalb Jahren Bauzeit ist es geschafft: Der erste zwölf Hektar große Abschnitt des interkommunalen Gewerbegebiets der Gemeinden Münchhausen, Battenberg und Burgwald ist erschlossen. Zur Einweihung kamen Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie Behörden und Bauunternehmen. Für die Verantwortlichen sei das Projekt ein Musterbeispiel erfolgreicher Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg.
„Die Erstellung des Gewerbegebiets hat uns vor viele Herausforderungen gestellt“, sagte Münchhausens Bürgermeister Holger Siemon in seiner Eröffnungsrede. Er sei bereits bei der ersten Anliegerversammlung 2018 dabei gewesen. Es folgten Bauleitplanung und Grundstücksankäufe. „Dieses Projekt wäre alleine als eine Kommune nicht zu meistern gewesen“, so Siemon. „Es ging nur im Rahmen einer kommunalen Zusammenarbeit.“ Deshalb gründeten die drei Kommunen den Zweckverband Gewerbegebiet B236/B252.
Siemon erinnerte an zahlreiche Sitzungen, betonte aber vor allem das gute Miteinander. Sein Dank galt den Bürgermeisterkollegen Lothar Koch (Burgwald), Christian Klein (Battenberg) sowie seinem Amtsvorgänger und Ehrenbürgermeister Peter Funk, der damals den Anstoß für die interkommunale Zusammenarbeit gegeben habe.
Förderung vom Land Hessen
Besonders hob Siemon die breite politische Unterstützung hervor. Sämtliche Beschlüsse in den Gemeindevertretungen und den Verbandsversammlungen seien einstimmig gefasst worden. „Das ist ein starkes Zeichen nach außen“, sagte er.
Insgesamt belaufen sich die Baukosten für die Erschließung auf 6,2 Millionen Euro. Davon kamen 2,2 Millionen Zuwendung vom Land Hessen für das Gewerbegebiet. „Ohne die Zuwendung hätten wir hier einen Quadratmeterpreis aufrufen müssen, zu dem wahrscheinlich keiner gekauft hätte“, so Siemon. Denn „weder die Gemeinde Burgwald, noch die Stadt Battenberg und schon gar nicht die Gemeinde Münchhausen haben das nötige Kleingeld, um ein solches Projekt vorzufinanzieren.“
Siemon hob hervor, dass das Projekt sowohl zeitlich als auch finanziell im vorgesehenen Rahmen umgesetzt werden konnte. „Das gibt es in Deutschland nicht so oft: Die Baukosten wurden gehalten“, freute sich Siemon.
Von Februar 2025 bis Juli 2026 hat sich im neuen Gewerbegebiet einiges getan: Verbaut wurden 1200 Meter Kanal, 38 Kanalschächte, 1700 Meter Wasserleitung, eine Druckerhöhungsanlage, zwei Löschwasserzisternen, 4.200 Tonnen Asphalt, 1.650 Quadratmeter Pflaster, 2.900 laufende Meter Bordstein und 16.200 Tonnen Gesteinskörnung. „Insgesamt hatten wir hier eine Erdbewegung von rund 37.000 Kubikmetern“, so Siemon.
Drei Flächen bislang verkauft
In den nächsten Schritten steht die Vermarktung des Gewerbegebiets an. Die Grundstücksflächen liegen zwischen 1.000 und 60.000 Quadratmetern. Drei Grundstücke seien bereits verkauft. Eines davon an die Firma RS Service aus Kelsterbach, auf der Erschließungsfeier vertreten von Dr. Markus Cordt. Das Unternehmen bietet Dienstleistungen für den Winterservice der Fraport an. Auch die Firma Knies + Lagotka, die vergangenen Samstag eine Tankstelle in Goßfelden eröffnete, plant einen weiteren Standort im neuen Gewerbegebiet.
Darüber hinaus plane Schäfers Backstuben laut Bürgermeister Siemon im neuen Gewerbegebiet ein Café mit einer Verkaufsfläche und Außenbereich mit direktem Zugang zur geplanten Bushaltestelle. „Das sind drei starke Firmen, die wir zu Beginn gewinnen konnten“, so Siemon. Der zweite, fünf Hektar große Bauabschnitt werde aktuell noch zurückgehalten. Es gebe aber die Möglichkeit zu vergrößern, so Siemon.
Auch die beiden Ersten Kreisbeigeordneten der Landkreise Marburg-Biedenkopf und Waldeck-Frankenberg würdigten das Vorhaben. Peter Neidel (Marburg-Biedenkopf) bezeichnete das Gewerbegebiet als „vorbildliches interkommunales Zusammenarbeitsprojekt“.
Karl-Friedrich Frese (Waldeck-Frankenberg) sprach von einer „Saat für die Entwicklung des südlichen Landkreises Waldeck-Frankenberg und des nördlichen Landkreises Marburg-Biedenkopf“.
Oberhessische Presse, 04.08.2026, Von Johanna Zobel
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