
Wir können verstehen, einordnen und Impulse setzen
Tobias Kurka, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Marburg-Biedenkopf, über den Standort-Bericht
Der Bericht „Der Wirtschaftsstandort Marburg-Biedenkopf in Zahlen 2025“ bündelt die Ergebnisse einer Regionalanalyse und einer Unternehmensbefragung aus dem Herbst2024. Seit zwei Jahren begleitet und steuert Tobias Kurka als Geschäftsführer die Arbeit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Marburg-Biedenkopf mbH (WFG). Im Interviewerläutert er die Hintergründe des Berichts, ordnet die Ergebnisse ein und gibt einen Ausblick.
Worauf stützt sich der Bericht über den Wirtschaftsstandort Marburg-Biedenkopf?
Der Bericht basiert auf zwei Bausteinen: einer umfassenden Regionalanalyse und einer Unternehmensbefragung, die im Herbst 2024 stattfand. Die Regionalanalyse liefert harte Standortfakten – etwa Beschäftigung, Branchenstruktur oder Kaufkraft. Die Befragung ergänzt dieses Bild um Einschätzungen, Erwartungen und Bedarfe der Unternehmen. Zusammen entsteht ein Überblick, der zeigt, wo unsere Wirtschaft steht und welche Themen die Unternehmen bewegen.
Welche Entwicklungen prägen denn aktuell die Wirtschaft in unserer Region?
Unsere Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen: zunehmende Bürokratie, geopolitische Unsicherheiten, hohe Energiepreise, schwankende Nachfrage und neue Zölle. Diese Themen sind täglich präsent und wirken spürbar bis in den Landkreishinein. Wichtig ist: Die Unternehmensbefragung zeigt nur einen Ausschnitt und ist nichtrepräsentativ im statistischen Sinn – sie gibt aber einen guten Eindruck davon, wie Unternehmen ihre Lage einschätzen. Die Regionalanalyse wiederum kann naturgemäß nur zurückblicken, und auch statistische Daten bleiben nie ganz lückenlos. Nicht alleskönnen wir direkt beeinflussen, aber wir können verstehen, einordnen und Impulse setzen. Genau dafür liefert der Bericht ein wichtiges Puzzleteil: Er verschafft Orientierung und macht Entwicklungen sichtbar.
Welchen Mehrwert haben diese Daten?
Die Ergebnisse eröffnen Gespräche. Seit Herbst 2024 sind wir durch die Befragung mitvielen Unternehmen direkt in Kontakt gekommen. Daraus entstehen Netzwerke, Kooperationen und konkrete Ansätze, Themen gemeinsam mit weiteren Akteuren anzugehen. Unser Ziel ist klar: ein attraktiver Wirtschaftsstandort bleiben – und noch attraktiver werden. Der Bericht wird regelmäßig fortgeschrieben, damit Entwicklungen transparent und nachvollziehbar bleiben. Vollständig kann er nie sein – aber jede Ausgabe soll dazu beitragen, ein noch klareres Bild vom Wirtschaftsstandort zu zeichnen. Gleichzeitig verstehen wir ihn als Impuls, neue Ideen zu entwickeln, Projekteanzustoßen und Kooperationen zu vertiefen – gemeinsam mit allen Partnern und Unterstützern in unserer Region.
Was haben Sie aus den Ergebnissen schon konkret abgeleitet?
Ein besonders deutliches Ergebnis ist der Wunsch nach Digitalisierung von Unternehmensprozessen – rund 65 Prozent der Unternehmen haben diesen Bedarf benannt. Gleichzeitig zeigt sich, dass fünf von sechs Unternehmen neue Arbeitskräftesuchen.
Mit dem Projekt „Digiscouts“, einem Kooperationsprojekt mit dem RKW, greifen wir beide Themen auf: Auszubildende entwickeln dabei eigene Digitalisierungsprojekte im Betrieb. Sie fördern Innovation, verbessern Abläufe und stärken ihre digitalen Kompetenzen, während die Unternehmen von frischen Impulsen profitieren.
So wird die duale Ausbildung attraktiver und die Betriebe gewinnen gleichzeitig konkreten Nutzen. Der Start ist im Februar 2026 – interessierte Unternehmen können sich ab sofort anmelden.
Oberhessische Presse, 11.10.2025, red
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